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Der Jaintempel von Jaisalmer

Kuppeldecke im Jaintempel, Jaisalmer, Indien 2010
Meine nächste religiöse Begegnung mit Indien war der Jain Tempel in Jaisalmer. Versteckt in der Altstadt. Nur durch die Gassen der Andenkenhändler erreichbar. Die Jains sind eine Gruppe von Gläubigen, die das Töten von Kreaturen generell ablehnen, sei es nun absichtlich oder aus Versehen. Sie laufen am liebsten nackt herum und tragen einen Mundschutz, damit sie nicht versehentlich Fluginsekten verschlucken. Wer nun aber glaubt, dass der Tempel ein Nudistencamp sei, wird enttäuscht sein. Ich habe mir sagen lassen, dass die meisten Jaintempel von Buddhisten betreut werden. Auch dieser. Und nackte Gläubige sehen wir auch nicht, weil es auch bei den toleranten Jains etliche Abstufungen gibt. Dafür sind außer uns aber noch etliche Touristen in dem Tempel unterwegs. Auch werden wir von den diensttuenden (mir fällt jetzt kein anderer Ausdruck ein) Priestern wieder um eine Spende gebeten. Vielleicht ist diese direkte Bitte weniger heuchlerisch als der heimische Klingelbeutel, allerdings kann man sich auch nicht mit einem Hosenkopf, oder ganz kleinen Münzen durchmogeln, so wie ich es früher immer gemacht habe um mir nach der Kirche noch ein Eis kaufen zu können. Im Tempel selbst ist es dunkel und stickig, besonders wenn man über die schmale Treppe auf die Empore gestiegen ist. Dafür entschädigt aber der Blick auf die kunstvoll behauene Deckenrosette. Es ist aber alles sehr eng und man schiebt sich mit vielen anderen Menschen an den schneeweißen Buddhastatuen vorbei, die in kleinen vergitterten Nischen stehen. Die Atmosphäre ist hier schon sehr dicht und es fühlt hier auch schon ein wenig heilig an.

(Originaltext von 2010)